Das AZF in Kürze
Das AZF ist das Allgemeine Sprechfunkzeugnis für den Flugfunkdienst. Es berechtigt dich zum Sprechfunk bei Flügen nach Sicht- und Instrumentenflugregeln – auf Deutsch und Englisch. Wer in Deutschland IFR fliegen will, braucht es: für das Instrument Rating (IR), das Basic Instrument Rating (BIR) und auf dem Weg zum CPL oder ATPL.
Das AZF wird als Zusatzprüfung erworben: Du hast bereits ein BZF I oder BZF II und legst bei der Bundesnetzagentur den IFR-Teil zusätzlich ab. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen Kenntnisteil und einem praktischen Teil. Bestanden hast du, wenn du in allen Teilen ausreichende Kenntnisse und Fertigkeiten zeigst.
Format des Theorieteils nach Erfahrungsberichten von Prüflingen und gängigen Lernplattformen; die Bundesnetzagentur selbst veröffentlicht Anzahl, Zeit und Bestehensgrenze nicht.
Voraussetzungen
- Ein BZF I oder BZF II. Das schreibt § 3 der Flugfunkverordnung (FlugfunkV) vor. Für das rein englische AZF E ist das BZF E die Grundlage.
- Mindestalter 18 Jahre. Die Prüfung darf frühestens drei Monate vor dem 18. Geburtstag abgelegt werden.
- Kein Pflichtkurs. Die Bundesnetzagentur schreibt den Besuch einer Ausbildungsstätte nicht vor. Eine strukturierte Vorbereitung spart aber Zeit – vor allem für den praktischen Teil.
Für den Sprechfunk auf Englisch brauchst du außerdem einen Sprachnachweis nach FCL.055, mindestens ICAO Level 4. Er ist unabhängig vom AZF – mehr dazu in AZF und ICAO-Level.
Der Kenntnisteil (Theorie)
Der schriftliche Teil ist ein Multiple-Choice-Test auf Englisch. Die Fragen stammen aus dem offiziellen Fragenkatalog der Bundesnetzagentur für AZF und AZF E: 289 Fragen mit je vier Antworten, gültig ab 01.05.2024. Im Katalog steht die richtige Antwort immer an erster Stelle (A); in der Prüfung sind die Antworten gemischt.
Inhaltlich legt die FlugfunkV (Anlage 1, Nr. 4.1) drei Prüfungsbereiche fest:
- die Luftverkehrsregeln (SERA bzw. LuftVO), soweit sie für Flüge nach Instrumentenflugregeln gelten,
- die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge bei IFR-Flügen,
- Funknavigation bei IFR-Flügen einschließlich Radarverfahren.
Offiziellen AZF-Fragenkatalog der Bundesnetzagentur öffnen (PDF) – maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung.
Der praktische Teil
Im praktischen Teil zeigst du, dass du einen IFR-Flug vorbereiten und auf Englisch abwickeln kannst. Laut FlugfunkV (Anlage 1, Nr. 4.2) gehören dazu:
- Flugvorbereitung: einen Flug nach Instrumentenflugregeln zwischen zwei Verkehrsflughäfen mit amtlichen Unterlagen und Veröffentlichungen vorbereiten – mit Karten, Abflug- und Anflugstrecken (SID, STAR) und Flugplan.
- IFR-Sprechfunk auf Englisch: den Funkverkehr eines angenommenen IFR-Flugs abwickeln – von der Streckenfreigabe über Abflug und Strecke bis zum Anflug.
- Nur für Inhaber des BZF II: zusätzlich einen englischen Text aus dem Luftfahrthandbuch (etwa 800 Schriftzeichen) lesen und mündlich ins Deutsche übersetzen. Mehr dazu: AZF mit BZF II.
Erfahrungsberichte beschreiben eine Planungsphase mit Abflug-, Strecken- und Anflugkarten und danach den simulierten Funkverkehr. Genau diese Abfolge trainieren wir im Kurs – so wird der Prüfungstag zur Wiederholung.
- PilotRiverton Delivery, D-EGAT, IFR to Lakeside, information Kilo, request clearance.
- ATCD-EGAT, cleared to Lakeside via NORAX 1 Bravo departure, flight planned route, climb to altitude 5000 feet, squawk 4721.
- PilotCleared to Lakeside via NORAX 1 Bravo departure, flight planned route, climb to altitude 5000 feet, squawk 4721, D-EGAT.
- ATCD-EGAT, readback correct.
Fiktives Übungsbeispiel. Zum Anhören: Hörprobe auf der Startseite oder Funk-Check.
Anmeldung bei der Bundesnetzagentur
Die Prüfung beantragst du direkt bei der Bundesnetzagentur. So läuft es ab:
- Antrag ausfüllen: das Antragsformular der Bundesnetzagentur für die Prüfungen zum BZF II, BZF I und AZF (PDF mit Hinweisen zum Antrag). Darin wählst du auch die Prüfstelle.
- Gebühr vorab überweisen: an die Bundeskasse, mit dem auf dem Formular angegebenen Kennzeichen der Prüfstelle. Die Gebühr wird mit dem Antrag fällig.
- Unterlagen beilegen: Kopie von Personalausweis oder Reisepass, Zahlungsnachweis und eine Kopie deines vorhandenen Flugfunkzeugnisses.
- Rechtzeitig einreichen: Der Antrag muss spätestens 14 Tage vor dem gewünschten Prüfungstermin vorliegen. Den verbindlichen Termin legt die Bundesnetzagentur fest; die Zulassung bekommst du schriftlich.
Tipp: Plane die Anmeldung so, dass dein Kurs vor dem Prüfungstermin abgeschlossen ist. Bei kurzfristigen Terminen ist das Einzeltraining (Fast Track) die schnellere Wahl.
Kosten
Die Prüfungsgebühr der Bundesnetzagentur hängt davon ab, mit welchem Zeugnis du startest (Stand November 2025):
| Weg zum Zeugnis | Gebühr |
|---|---|
| AZF als Zusatzprüfung mit BZF I | 86 € |
| AZF als Zusatzprüfung mit BZF II | 91 € |
| AZF als Zusatzprüfung mit AZF E | 80 € |
Dazu kommt deine Vorbereitung – bei uns 299 € für den Gruppenkurs – und, falls nötig, die ICAO-Sprachprüfung. Wer eine Zusatzprüfung nicht besteht, legt sie erneut in allen Teilen und zur vollen Gebühr ab. Eine gute Vorbereitung lohnt sich also doppelt.
Quelle: Bundesnetzagentur, Hinweise zum Antrag (Stand November 2025); FlugfunkV Anlage 2.
Prüfungsorte
Die Bundesnetzagentur prüft an sieben Standorten: Berlin, Bremen, Eschborn, Köln, Leipzig, München und Reutlingen. Zeitweise finden Prüfungen auch auf der Luftfahrtmesse AERO in Friedrichshafen statt. Aktuelle Adressen und die Zuständigkeiten für die Anträge stehen im Antragsformular – zur Seite der Bundesnetzagentur.
Typische Stolpersteine – und wie du sie vermeidest
- Freigaben nicht strukturiert mitschreiben. Nutze ein festes Schema wie CRAFT: Clearance Limit, Route, Altitude, Frequency, Transponder.
- Unvollständige Readbacks. Freigaben, Höhen, Kurse, Geschwindigkeiten, Frequenzen, Squawk-Codes und QNH gehören immer ins Readback – dein Rufzeichen auch.
- Flugfläche und Höhe verwechseln. „Flight level 70“ ist nicht „altitude 7000 feet“. Achte auf jedes Wort.
- Das „to“ vergessen. Höhenanweisungen lauten „climb to flight level 70“ oder „descend to altitude 4000 feet“. Im Flug liest du „climbing to …“ bzw. „descending to …“ zurück – so steht es auch im Fragenkatalog.
- Zahlen falsch sprechen. Ziffern einzeln („squawk four seven two one“), Frequenzen mit allen sechs Ziffern („one one niner decimal seven zero five“) und ganze Tausender mit „thousand“ („five thousand feet“). Die Aussprache gibt die NfL vor – etwa „tri“ für 3, „feif“ für 5 und „nein-er“ für 9.
- „Roger“ statt Rücklesung. Bei Anweisungen reicht „roger“ nie.
- Nicht nachfragen. „Say again“ ist kein Fehler – eine falsch verstandene Freigabe schon.
- SID und STAR erst in der Prüfung lesen. Übe das Lesen von Karten vorher – unter Zeitdruck kostet jede Unsicherheit Konzentration.
Teste dich selbst: Im kostenlosen Funk-Check hörst du sechs Funksprüche und wählst die richtige Rücklesung.
Häufige Fragen
Wie schwer ist die AZF-Prüfung?
Die Theorie ist mit gezieltem Fragentraining gut machbar. Anspruchsvoller ist der praktische Teil: IFR-Freigaben auf Englisch aufnehmen, zurücklesen und Verfahren abwickeln. Das lernt man durch Üben am Mikrofon – nicht durch Lesen.
Ist die AZF-Prüfung komplett auf Englisch?
Der Kenntnisteil wird auf Englisch geprüft, der IFR-Sprechfunk im praktischen Teil ebenfalls. Nur Inhaber des BZF II übersetzen zusätzlich einen englischen Text mündlich ins Deutsche.
Wie lange ist das AZF gültig?
Das Flugfunkzeugnis selbst muss nicht verlängert werden. Befristet ist dagegen dein ICAO-Sprachnachweis: Level 4 gilt vier Jahre, Level 5 sechs Jahre, Level 6 unbefristet.
Was passiert, wenn ich durchfalle?
Eine nicht bestandene Zusatzprüfung legst du erneut ab – in allen Teilen und zur vollen Gebühr. Mit einem Einzeltraining arbeiten wir gezielt an den Punkten, die gefehlt haben.
Wie lange sollte ich mich vorbereiten?
Im Gruppenkurs rund 6 Wochen mit einem Live-Termin pro Woche, im Einzeltraining in ca. 1–1,5 Wochen. Plane zusätzlich Zeit für den Fragenkatalog ein.