Die kurze Antwort
Ja. Die Flugfunkverordnung (§ 3 FlugfunkV) verlangt für das AZF ein BZF I oder ein BZF II. Mit dem BZF II kannst du die AZF-Zusatzprüfung also direkt ablegen – ohne Umweg über das BZF I.
Weil du mit dem BZF II bisher nur auf Deutsch funkst, sieht die Prüfung für dich aber einen zusätzlichen Baustein vor – und der englische Sprechfunk ist für dich neu.
Was BZF-II-Inhaber zusätzlich leisten
Im praktischen Teil der AZF-Prüfung kommt für dich laut FlugfunkV (Anlage 1, Nr. 4.2.3) eine Aufgabe dazu:
Du liest einen englischen Text aus einem Luftfahrthandbuch – etwa 800 Schriftzeichen – und übersetzt ihn anschließend mündlich ins Deutsche.
Alles andere ist wie bei allen AZF-Kandidaten: der Kenntnisteil auf Englisch, die Vorbereitung eines IFR-Flugs zwischen zwei Verkehrsflughäfen und der IFR-Sprechfunk auf Englisch. Die Prüfungsgebühr der Bundesnetzagentur beträgt mit BZF II 91 € (mit BZF I: 86 €, Stand November 2025).
Englischer Funk – und das ICAO-Level
Mit dem BZF II hast du Sprechfunk bisher nur auf Deutsch geübt. Im AZF funkst du den IFR-Teil auf Englisch – die Phraseologie lernst du deshalb von Grund auf neu. Das ist gut machbar, braucht aber eigene Übung am Mikrofon.
Wichtig: Für den Sprechfunk auf Englisch brauchst du zusätzlich einen Sprachnachweis nach FCL.055, mindestens ICAO Level 4. Er ist unabhängig vom Funkzeugnis. Wer vom BZF II kommt, hat ihn oft noch nicht – dann ist unser Paket AZF + ICAO der direkte Weg: Kurs und Sprachprüfung aus einer Hand, 59 € günstiger als einzeln.
So bereitest du dich vor
- IFR-Phraseologie aufbauen: Im AZF-Kurs trainierst du die englischen Funksprüche Schritt für Schritt – von der Streckenfreigabe bis zum Anflug.
- Lesen und Übersetzen üben: Nimm dir regelmäßig englische Texte aus Luftfahrthandbüchern vor, etwa Flugplatzbeschreibungen oder Verfahrenstexte, und übersetze sie laut. Fachbegriffe lernst du so im Zusammenhang.
- Den Fragenkatalog früh starten: Die Theorie ist auf Englisch. Mit dem AZF-Fragentrainer gewöhnst du dich an Sprache und Fachbegriffe.
- ICAO-Level klären: Prüfe, ob du einen gültigen Sprachnachweis hast. Wenn nicht, plane die ICAO-Prüfung gleich mit ein.
Sag uns nach deiner Buchung, dass du vom BZF II kommst. Dann können wir die Übersetzungsaufgabe in deiner Vorbereitung gezielt berücksichtigen.
Häufige Fragen
Muss ich erst das BZF I machen, bevor ich zum AZF darf?
Nein. Das BZF II reicht als Voraussetzung. Du legst die AZF-Zusatzprüfung direkt ab – mit der zusätzlichen Lese- und Übersetzungsaufgabe.
Wie lang ist der Text, den ich übersetzen muss?
Die FlugfunkV nennt etwa 800 Schriftzeichen aus einem Luftfahrthandbuch. Du liest ihn auf Englisch und übersetzt ihn mündlich ins Deutsche.
Was kostet die AZF-Prüfung mit BZF II?
Die Bundesnetzagentur berechnet für die AZF-Zusatzprüfung mit BZF II 91 € (Stand November 2025). Dazu kommt deine Vorbereitung und, falls nötig, die ICAO-Sprachprüfung.
Darf ich nach dem AZF auch VFR auf Englisch funken?
Das AZF erlaubt Sprechfunk bei VFR- und IFR-Flügen auf Deutsch und Englisch. Für englischen Funk brauchst du zusätzlich einen gültigen ICAO-Sprachnachweis.